Luitpoldstrasse – der Ballermann von Friesenheim

Joachim Wabbels

Am Mittwoch den 8.7.2015 führte Ortsvorsteher Günter Henkel wieder durch seinen Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim.

Treffpunkt war der Kerweplatz am Kaffeestand vor dem Gemeindehaus. Günter Henkel knüpfte an die vorige Führung an und heute ging es durch die Luitpoldstrasse, die in der Vergangenheit stark von der Gastronomie geprägt war, so dass ein Teilnehmer nach der Führung meinte: „Das war der Ballermann von Friesenheim“.

 

Zunächst gab es ein paar Zahlen zu Friesenheim. 1720 hatte die Gemeinde 250 Einwohner, 1785 schon 500. 1800 570, 1835 1.200, 1870 2000 Einwohner. 1900 waren es 7.500 , 1920 14.000 und dann ging es wegen dem 2.Weltkrieg auf 6.400 Einwohner zurück und heute haben wir 18.000 Einwohner.  1945 waren über  50 % der Häuser zerstört.

Gegenüber dem Kerweplatz – der eigentlich nach einem früheren Ortsvorsteher Otto-Buckel-Platz heißt – steht die ca 1902 gebaute Pauluskirche. 1921 bei der großen Explosion der BASF wurde auch die Pauluskirche beschädigt und 1944 fast zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut und bekam 1954 neue Glocken, da die alten im Krieg abgegeben werden mussten.

 

Früher fuhr die Strassenbahn durch die Luitpoldstraße und die Sitzgruppe auf dem Kerweplatz neben dem Hochbunker erinnert an einen Kiosk und eine Strassenbahnhaltestelle.

 

Das Haus Nr. 45 neben der Pauluskirche war ab ca 1857 die Gaststätte Zum Eichbaum und dann später als Griechenzentrum genutzt und hatte auch einen großen Saal.

 

 

Weiter ging es zu Haus Nr. 51. Hier war eine Metzgerei und einige Straßenbahnfahrer quälte wohl so der Hunger, dass sie etwas zu ungeduldig an der Kurbel waren, so dass einige Straßenbahnen hier aus den Gleisen sprangen.

Ab ca 1930 wurde es nicht mehr so gut besucht und ist heute seit 60 Jahren in Familienbesitz und beherbergt seit vielen Jahren die Ferkelbräterei. Hier kann man sich für Feiern z.B. den sehr zu empfehlenden Krustenbraten fertig in der Thermobox bestellen und abholen.

 

Die Nr. 62 war das alte Pfarrhaus St. Gallus und lange Zeit war der Pfarrer der größte Steuerzahler von Friesenheim, da die Franzosen eine Fenstersteuer eingeführt hatten und das Pfarrhaus hatte die meisten Fenster.

 

Das nächste interessante Haus hat seine Hausnummer verloren,da der Eingang zugemauert ist.  Früher war es Polizeistation, da Friesenheim bis 1892 eigenständige Gemeinde war.

 

Das Haus Nr. 74 war die Gaststätte Zur Pfalz, die oft im Polizeibericht erwähnt wurde wegen allzu lockerer Handhabung der Sperrstunde. Ungünstig war auch die Nähe zur Polizeistation.

 

Das St. Gallusheim war ab 1914 Soldatenheim und wurde ab1920 wieder kirchlich genutzt, ab 1921 war der große Saal fertig.  Der Spitzname des St. Gallusheims war „katholischer Bahnhof“.

 

Hier stand 1957 der erste Fernseher in Friesenheim.

 

Heute ist das St. Gallusheim einer der Zentren der Geselligkeit der Katholiken im Stadtteil, insbesondere die Leberknödel mit Sauerkraut nach der Fronleichnamsprozession und Gottesdienst sind Tradition.

Das Haus Nr. 78 ist die Gaststätte Zum Luitpold. Insgesamt 40 verschiedene Wirte haben hier gewirkt und der Gaststätte verschiedene Namen gegeben. Der Name „Pur“ erzeugte einen Rechtsstreit mit einer gleichnamigen Band.  Auch die Rockgruppe Bandidos hatten hier ihren Treffpunkt in den 1990er Jahren.  Diese Gaststätte hatte lange einen zweifelhaften Ruf.

 

Die Seitenstrasse Im Gässchen ist die einzige Straße inLudwigshafen ohne Hausnummern, da hier keine Hauseingänge sind.

 

Das Haus Nr. 90 war das Gasthaus Zur Linde und ist heute Pension und Gästehaus mit preiswerten Zimmern ab 25 EUR. Hier war die Unterbringung von Asylbewerbern geplant, aber davon sah die Stadt aber doch ab, da die Kosten zu hoch wurden.

 

Haus Nr. 104 war die Gaststätte Zum Weinberg von 1879 mit großem Saal und in der Hausnummer 122 die Gastwirtschaft Zur Schönen Aussicht.  In der 104 ist heute eine koreanische Missionsgesellschaft untergebracht, das Haus steht aktuell zum Verkauf.

 

So wie das Haus gegenüber muss man sich die ursprüngliche Bebauung von Friesenheim vorstellen.

 

In der Baulücke neben Hausnummer 101 stand das Turnerheim und danach die Jahnhalle mit über 2000 Plätzen, aber diese wurde 1943 komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut.

 

Die Hausnummer 103 war das Restaurant Schreiner.

 

Auf der großen Freifläche an der Einmündung der Weiherstraße wurde 1885 ein Schlachthof gebaut, aber 1905 wieder abgerissen. Günter Henkel führte das als Beispiel dafür an, dass man früher Bebauungsfragen liberaler handhabte als heute.

 

Das dahinterliegende Hotel Weiherhof gehört eigentlich zur Weiherstraße und war in den 80er Jahren als gutes Restaurant bekannt, wurde dann Pfannkuchenhaus und danach begann eine Zeit mit zweifelhaften Ruf und wechselnder Nutzung. Jetzt ist hier eine Pizzeria. Günter Henkel freut sich, dass hier wieder eine empfehlenswerte Gastronomie eingezogen ist.

 

In der Luitpoldstraße spielte sich das gesellschaftliche Leben in Friesenheim ab in den vielen Gaststätten, Sälen und Vereinen.

Der Ortsvorsteher Günter Henkel erzählte sehr kompetent mit guter Vorbereitung die Historie gewürzt mit  Anekdötchen und auch die nächste Führung wird wieder durch eine interessante Strasse gehen. .

 

Rochus irrt sich – und jetzt haben wir die Eulen

Wie die Friesenheimer den Uznamen „Eulen“ bekamen

von Joachim Wabbels

 

Das Rochusdenkmal vor der Pauluskirche in Ludwigshafen-Friesenheim stellt die Sage vom Rochus dar, der vor über 100Jahren nachts etwas trunken von guten Wein durch Friesenheim nach Hause lief und oben auf dem Kirchturm etwas funkeln sah. „Feurio“ rief er nun, machte den ganzen Ort wach und als die Feuerwehr mit Leitern auf den Turm stieg, flogennur ein paar Eulen fort.  Die ganze Stadt lachte über die Friesenheimer und nannte sie fortan die Eulen.

1984  beauftragte der Friesenheimer Stadtteilverein unter Federführung seines Vorsitzenden  Josef Keller den Ludwigshafener Bildhauer Hans-Günther Thiele das Denkmal aus Sandstein zu erschaffen. Viele Friesenheimer Bürger, Vereine und Gewerbetreibende spendeten für den Bau und die Namen der Spender wurden auf dem Sockel eingemeißelt,  der prominenteste Bundeskanzler:Dr. Helmut Kohl.

Jahrelang wurden von den Grundschülern der Luitpoldschule Eulen gebastelt, von denen die schönste dann an der Eulenkerwe auf den Kirchturm getragen wurde. Unten auf dem Vorplatz der Pauluskirche begann nun das Eulenschauspiel: Rochus erschien mit der Weinflasche, blickte zum Kirchturm hinauf, sah die Augen der Eulen funkeln und rief: „Feurio, Feurio“! Nun setzte sich die Drehleiter der Ludwigshafener Feuerwehr mit Tatütata in Bewegung und kam die Luitpoldstrasse hinaufgefahren, hielt vor der Kirche und die Feuerwehrleute stiegen mit der Leiter zum Kirchturm hinauf. Kurz bevor sie oben waren, sauste die Eule an einem Drahtseil zum Rathaus hinüber. Klammheimlich verschwand nun der Rochus in der Menge und da es nichts zu löschen gab, konnte die Feuerwehr jetzt wenigstens ihren Durst löschen. Die Kinder, die die Siegereule gebastelt hatten, erhielten nun ihre Preise.

Der Rochus zeigt über die Schulter auf den Kirchturm.  Die Rochusgeschichte ist im Mittelteil des Denkmalsals Relief  dargestellt.

So bekamen wir Friesenheimer den Uznamen „Die Eulen“, der sich bis heute im Stadtteil  wiederfindet, z. b. in Beinamen eines Sportvereins  „Die Eulen“ oder als  Eulenkerwe, dem Eulentaler  und ein Mitglied der Karnevalsgesellschaft„Die Eulen“ wurde die „weisse Eule“ genannt. Wenn  man durch den Stadtteil geht, sieht man an vielen Häusern die Eule sitzen, auf Mauern, an Hauswänden oder auch alsBriefkasten.

 

Foto: Joachim Wabbels

Rochus zeigt auf den Kirchturm, auf dem er die Eulen für Feuer hielt.

 

 

Foto: Joachim Wabbels

Carl-Clemm-Strasse: Milch, Kolonialwaren und Blitzableiter

von Joachim Wabbels

Am 01.06.2016 zeigte Ortsvorsteher Günter Henkel wieder „seinen“ Stadtteil Ludwigshafen-Friesenheim, diesmal die Carl-Clemm-Straße.

Auch diese interessante Führung durch die Geschichte der Straße zeigt den unterschiedlichen Charakter der Straßen: die Luitpoldstraße war mehr durch Gastronomie geprägt „Der Ballermann von Friesenheim“, die Kreuzstraße hatte mehrere Bauernhöfe und in der Carl-Clemm-Straße handelten Kaufleute meist  mit Milch und Kolonialwaren und auffallend viele Dachdecker installierten Blitzableiter im ganzen Stadtteil.

Der Namensgeber Carl Clemm (Chemiker ) stammte aus Gießen und gründete u.a. mit Friedrich Engelhorn 1865 die BASF. 1883 verließ er zusammen mit Engelhorn die BASF und gründete mit ihm und einigen Brüdern die Zellstoffabrik in Mannheim-Waldhof, bekannt durch die Marke Zewa „Wisch und weg“.

Beim großen Hochwasser 1882/83 half er den Friesenheimern großzügig und dafür verlieh ihm die Gemeinde Friesenheim die Ehrenbürgerwürde. Anschließend wurde Friesenheim nach Ludwigshafen eingemeindet und somit ist er der einzige Ehrenbürger Friesenheims. .

1899 starb er in Ludwigshafen und sein monumentales Grab ist auch heute noch auf dem Mannheimer Zentralfriedhof zu sehen.

Nun zu den einzelnen Häusern:

Nr. 1 war 1912 eine Metzgereifiliale, dann von 1916-27 betrieb Karl Deutsch eine Kolonialwarenhandlung. Dann wurde von Besuchern die Kolonialwarenhandlung Knoth genannt. 1952 – 60 Lebensmittel- und Feinkosthandlung von Bernhard Kugler. Ab 1985 dann Gastwirtschaft „Zum Turmwächter“ bis heute mit wechselnden Wirten.

Nr. 1a war 1927 Zigarrengeschäft und von 1952- 1964 Tabakwarenhandlung und Schuhmacherei.

Nr. 2 wird 1894 als Lebensmittelhandlung Juliana Hörskens genannt und war 1916 – 1927 Kolonialwarenhandlung Konrad Hörskens.

Als Kolonialwaren wurden laut Wikipedia „früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie z.B. Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee bezeichnet“.

In Haus Nr. 3 wurden 1910 Schuhe repariert und ab 1920 konnte man sich bei Friseur Julius Mühlberger die Haare schneiden lassen.

In Haus Nr. 5 sind seit 1927 die Malermeister Fröhlich zu Hause, von 1927 – 1960 Emil Fröhlich, dann Oskar Fröhlich und von 2011 bis heute Klaus Fröhlich.

 

In Haus Nr. 11 lebte 1899 der Korbmacher Josef Kreit und von 1906 – 1963 betrieb Peter Mayer ein Polster-, Tapezier- und Deko-Geschäft.

 

Bei Haus Nr. 12 ist es nicht sicher zu klären, ob es sich nicht um zwei Häuser handelt.

1888 und 1940 ist eine Bäckerei Georg Grillparzer aufgeführt und ab 1905 die Wirtschaft „Zum Roten Ochsen“.

1927 wieder Bäckerei Friedrich Grillparzer, dann 1932 Metzgerei Josef Vetter. Dann wechselt es 1952 wieder zu der Bäckerei Jakob Ettel und 1960 – 1963 Bäckerei Helmut Ettel. 1963 hatte Ursula Schult eine Wäscherei, evtl in einem Hintergebäude.

1976 ist der Uhrmacher Karl Bohn genannt und ab 180 – 2003 ist wieder eine Bäckerei Helfried Stoll hier zu Hause.

 

Im Haus 12a hatte von 1939 – 1960 G. A. Fröhlin seine Zahnarztpraxis, ebenfalls 1960 Gertrud Emig einen Waschsalon und ab 1990 bis heute hat der Steuerberater Herbert Griesheimer hier seine Büros in dem Haus mit dem markanten Treppenturm.

 

Im Haus Nr. 14 ist 1927 der Elektroinstallateur Ernst Zickgraf genannt.

 

Auch zu Haus Nr. 15 ist wenig bekannt, 1927 – 1928 wird die Fa. Elektroanlagen Karl Dissinger und 1988 ein Staubsaugerladen genannt.

 

Ein Kaiser´s Kaffeegeschäft beherbergte das Haus Nr. 16 bis 1932, dann 1933 den Damen- und Herrensalon Josef Heiß.

1960 – 1963 war hier die Weinhandlung Großhandel Agnes Schaffner und ab 1963 die Weinhandlung Einzelhandel Kurt Lenz.

1984 dann Früchteladen Astrid Selzig und von 1985 – 1986 war hier die Wollstube Gabi´s Masche von Gaby Urban und 1998 die Hobby-Ecke Ursula Keck.

 

Über die Haus-Nr. 18 ist wieder mehr bekannt. 1899 stellte Heinrich Kraus Sodawasser her.

1899 bis 1905 führte Peter Werry die Wirtschaft „Zum Adler“ mit Metzgerei.  1911 ist Robert Maas als Friseur genannt.

1927 – 1929 führte Max Schorb wieder eine Wirtschaft  und Metzgerei. Ebenfalls 1927 handelte Maria Hartmeyer hier mit Schirmen, Stöcken und Kinderwagen.

1931 bis in der 1950er Jahren handelte Willi Schütz mit Tabakwaren, ab 1951 ist dann die Fa. Hauptmann Beleuchtungskörper und Radios.

Von 1954 bis 1972 betrieben die Eheleute Schreiber ein Schreibwarengeschäft mit Schulbedarf.  1963 ist das Tabakwarengeschäft Margot Speckmaier genannt und von 1960 bis 1972 unterhielt die Volksbank hier eine Zahlstelle.

1980 bis 1981 wieder Schreibwaren mit Gisela Schlosser und dann von 1985 – 2015 führte Edith Nagy wieder ein Schreibwarengeschäft mit Annahmestelle für Bestellungen aus dem Otto-Katalog.

 

Der Musiklehrer unterrichtete in Haus Nr. 19 und hier war auch von 1952 bis 1983 der Kühlerbau Wilhelm Stärk.

 

Das Haus Nr. 20 entwickelt sich ab 1925 von Else Zimmermann (Haushaltswaren, Glas und Porzellan, Spielwaren) über 1927 Margarete Zimmermann (Warenhaus, Haus-und Küchengeräte) zum Kaufhaus E. Hilbert von 1930 bis 1978.

 

Im Haus Nr. 21 war die Geisenmetzgerei (Ziegen) und ab 1916 – 1920 die Milchhandlung Elisabeth Koller. Von 1920 – 1927 führte Paul Koller die Milch- und Kolonialwarenhandlung weiter.

1933 ist die Milchhandlung Paul Hauptmann bekannt.

1952 bis 1960 führt wieder ein Vertreter der Familie Koller, Anna Koller, das Milchgeschäft.

 

Auch im Haus Nr. 23 befand sich ab 1912 eine Milchhandlung von Joh. Schmitt. Von der Bäckerei von 1927 bis 1928 ist der Name nicht genau bekannt, Röckel , Räkel oder Fegert ist möglich.

1973 ist Fred Hartung genannt mit Malerbedarf und Auto- und Industrielacke.

Alfred Gropp führte von 1982 – 1986 hier eine Metzgerei und Partyservice.

 

Auch in Haus Nr. 24 war 1899 eine Milchhandlung von Christian Stumpf, 1904 wurden Lebensmittel (Viktualien) von Marg. Stumpf verkauft. 1905 handelte Valentin Danter mit Spezereien, also Gewürzen. Danach wechselt die Nutzung zwischen Schuhmacherei (1905 Leonhard Ramp), 1925 Milchhandlung von Fam. Koller und dann wieder 1927 Schuhmacherei Rud. Haas.

 

In Haus Nr. 25 war 1910 ein Kolonialwarengeschäft (Geschwister Kraus) und in Nr. 28 ebenfalls  (1910 Dietrich).

 

In Haus Nr. 29 betrieb Leonhard Wagner ein Fuhrunternehmen und von 1925 – 1964 Frau Mahler eine Kolonialwarenhandlung, für 1934 ist Ludwig Eberle mit Kolonialwaren genannt. 1967 führte Margot Wagemann einen Otto-Katalogshop und von 1990 – 2005 Brigitte Hauert einen Beauty-Service. Dieses Geschäft ist heute in der Berthold-Schwarz-Straße.

 

Die Ziegelei und Fuhrunternehmen Friedrich Kraus war in Haus Nr. 30 von 1898 – 1920 und 1898 ist auch eine Wirtschaft genannt.

1927 heißt die Wirtschaft dann „Zur Burg“ (Johann Krauß) und dann wieder von 1952 – 1980.  1993 übernahm die Familie Franz Mayer die Wirtschaft „Zur Burg“ und verkaufte sie 2012.  Der neue Besitzer war aus religiösen Gründen gegen Alkohol und so wurde die „Burg“ nicht wieder geöffnet.

 

In Haus Nr. 31 führte Walter Lang von 1927 bis 1960 eine Metzgerei, evtl. als Filiale.

 

In Haus Nr. 35 ist 1939 eine Wirtschaft genannt (Heinrich Wittmann).

 

Auch das Haus Nr. 37 war von 1911 – 1917 Wirtschaft und Metzgerei, 1927 ist Heinrich Wittmann als Gastwirt genannt, dann 1952 Christine Herget und 1963 Else Roth mit Lebensmittelgeschäft.

 

Eine Dampfziegelei und Chamottwerk befand sich 1899 im Haus 37a, dann 1905 eine Eisenwarenhandlung mit August Fehmel. Ebenfalls ab 1905 ist die Dampfziegelei und Chamottwerk Friedrich Kraus genannt, ab 1920  Da,pfziegelei und Chamottwerk Joh. Herket. Auch ab 1920 ist das Fuhruntermehmen Peter Werry hier ansässig.

1952 ist hier auch die Fa. Karl Anschütz Elektro-Installationen genannt.

 

In Haus Nr. 37c wohnte 1963 der Bildhauer Otto Wolz und ab 1968 Bildhauer Kurt Wolz. Von 1982 bis 1992 hatte Adolf Hassinger hier seine Rolladen-Fabrikation, ab 2004 Anna Scerra eine Änderungsschneiderei.

 

In Haus Nr. 37 d hatte 2004 Fina Spagnolo eine Praxis für Kosmetik und Fußpflege.

 

Der Ölhändler Heinrich Lauer ist 1912 in Haus Nr. 39 genannt und ab 1927  die Brennstoffhandlung Amalie Werry.

 

Das Spezialgeschäft für Wand- und Bodenplatten Ludwig Ritter war 1934 in Haus Nr. 42.

 

In Haus Nr. 43 konnte man sich 1927 – 1928 bei Friseur Karl Burgdörfer die Haare schneiden lassen. 1960 ist Jakob Kommann leider ohne Angabe seines Gewerbes genannt und von 1980 bis 1985 betrieb Emmi Müller ihren Emmi´s Strickladen.

 

Kolonialwaren sind wieder im Haus Nr. 48 zu finden und zwar 1907 und 1927 Kolonialwaren Apollonia Schmitt, dann 1916 Friedrich Krauß. 1928 führt Katharina Mühlberger eine Obst- und Gemüse-Handlung und 1960 ist Luise Unruh mit Lebensmitteln genannt.

Ca. von 1990 bis 2005 dann Zahnarztpraxis H.-R. Hillemanns und von 2005 bis heute ist die Gemeinschaftspraxis der Zahnärzte Kerbeck & Brehmer hier zu finden.

 

In Haus Nr. 51 handelte Hermann Levy mit Ölen und Fetten und von 1928 bis 1966 fertigte und installierte die Dachdeckerei Manfred Mühlberger auch Blitzableiter.

 

Die Süßmostkelterei Willi Dieroff war 1963 in Haus Nr. 52 und 1972 der Getränkevertrieb Heiz Wilzeck, von 1977 bis 1978 ein Getränkeabholmarkt mit einer Filiale in der Rosenstraße.

 

Der Installateur Hermann Schulze ist 1927 in Haus Nr. 53 genannt.

 

Christian Schrepfer betrieb 1933 – 1963 Christian Schrepfer eine Friedhofs- und Landschaftsgärtnerei.

 

Ein Milchhandlung von Joh. Kraus war 1912 in Haus Nr. 61.

 

1924 bis 1928 war in Haus Nr. 67 die Dachdeckerei und Blitzableitergeschäft Mühlberger & Hermann.

 

Auch Personen mit denkwürdigen Berufen wohnten in der Carl-Clemm-Straße, nämlich in Haus Nr. 2 eine Hebamme, in Nr. 10 der Stadtkanzlist Paul Dissinger und in Haus Nr. 27 der Laternenanzünder Ludwig Köhler, die die Gaslaternen der Strassenbeleuchtung abends an zünden und morgens löschen musste.

 

Insbesondere die Fassade des Hauses Nr. 57 zeigt, das man sich im Stadtteil um das Thema Denkmalschutz Gedanken machen sollte. Wie man am Beispiel des Haus Nr. 31 sieht, handelt es sich um ein typisches Friesenheimer Haus, hier aber wohl in der ursprünglichen Fassadengestaltung. Der Denkmalschutz sollte verhindern, dass solche Fassaden durch Streichen oder Verputzen oder gar Dämmen untergehen.  Und von solchen Schätzen haben wir einige in unserem Stadtteil.

Aus persönlicher Erfahrung muss ich auch feststellen, dass diese Führungen mit dem Ortsvorsteher Günter Henkel in Straßen und Ecken von Friesenheim führen, wo man selten oder gar nicht hinkommt.

Ich selber bin seit 1980 in Friesenheim und radle in die Carl-Clemm-Strasse von der Kreuzstrasse bis zur Sedanstraße, um dann rechts zum Fahrradgeschäft Fecht abzubiegen. Somit bin ich zum ersten mal wirklich in der Carl-Clemm-Straße herumgelaufen von Anfang bis fast zum Ende und daher kann ich die Führungen mit dem Ortsvorsteher nur empfehlen.